Definition
In Industrie und Handel ist professionelle Logistik als wesentliche Einflussgröße des Unternehmenserfolgs anerkannt. Im Dienstleistungssektor hat die Logistik hingegen bisher häufig ein Schattendasein geführt. Daher liegt die Übertragung von Konzepten und Erfahrungen aus der Güter- und Warenlogistik nahe. Diese Anwendung logistischer Konzepte im Dienstleistungsbereich erfordert jedoch eine Ausweitung des Aufgabenspektrums der Logistik auf Dokumente und Informationen, da diese – ebenso wie Wissen – eine besonders hohe Bedeutung bei der Leistungserstellung besitzen.
Damit entsteht ein neuer Bereich logistischer Betrachtung, die Dokumentenlogistik. Sie unterscheidet sich durch den Aspekt der integralen Betrachtung physischer und elektronischer Dokumentenflüsse grundlegend von der „klassischen“ Logistik.
Dokumentenlogistik als neuer Objektbereich der Logistik
- Was unterscheidet die Dokumentenlogistik von der Logistik (z.B. Postlogistik) auf der einen Seite und Bereichen der Wirtschaftsinformatik (z.B. Informationssysteme, Dokumenten-Management-Systeme) auf der anderen Seite.
- Wie lässt sich das Transformationssystem der Dokumentenlogistik beschreiben?
- Wie stellt sich die Technologie-Effizienz dar?
- Wie gestalten sich die Lebenszykluskosten eines Dokuments?
- Welche organisatorischen Konzepte der Dokumentenlogistik können entwickelt werden?
Dokumentenlogistik als strategischer Wettbewerbsvorteil
- Inwieweit trägt das dokumentenlogistische System zum Erfolg eines Unternehmens bei?
- Ist das dokumentlogistische System zur Differenzierung im Wettbewerb, bspw. bei homogenen Produktstrukturen wie im Finanzbereich, geeignet?
Dokumentenlogistik in der praktischen Anwendung
- Durch welche Aspekte ist der Markt für Dokumentenlogistik gekennzeichnet, wie stellt sich die Wettbewerber-Struktur dar, welche Markteintrittsbarrieren existieren, welche Macht besitzen Technologie-Zulieferer, welche Substitute zur Dokumentenlogistik sind verfügbar, welche Standards haben sich entwickelt?
- Wie stellt sich die Dokumentenlogistik in Banken, Versicherungen und im öffentlichen Sektor dar?
Zukunft der Dokumentenlogistik
- Wie werden die Dokumentenflüsse der Zukunft aussehen?
- Welche Technologien werden in naher Zukunft an Stärke gewinnen?
- Welche Technologien zeichnen sich am Horizont ab?
Vorgehensweise und Methodik
- Identifikation gesellschaftspolitischer und praktischer Anforderungen an die Dokumentenlogistik mittels Expertenworkshops mit den Partnern.
- Status Quo Analyse der Anwender und Anbieter der Dokumentenlogistik mittels quantitativer Studien und Marktanalysen.
- Nachweis der Relevanz der Dokumentenlogistik in Gegenwart und Zukunft mittels qualitativer Zukunftsstudie (Expertenbefragung).
- Nachweis der strategischen Leistungsfähigkeit der Dokumentenlogistik mit Hilfe einer quantitativen Erfolgsfaktoren-Studie.
- Entwicklung einer Methodik zur Messung der Performance eines dokumentenlogistischen Systems.
- Ermittlung von Technologie-Effizienz-Kurven und Lebenszykluskosten eines Dokuments mittels Case Studies im Rahmen von Zertifizierungen von Dokumentenlogistik-Konzeptionen.
- Entwicklung eines nachhaltigen, flexiblen und adaptiven Konzepts der Dokumentenlogistik.
- Multiplikation des Konzepts der Dokumentenlogistik in Aus- und Weiterbildung.
Unternehmenspartner
- Deutsche Post AG
- European Business School (EBS), International University Reichartshausen
- Freie Hansestadt Bremen
- IBM Deutschland (designierter Projektpartner)
- Landeshauptstadt Wiesbaden
- Océ-Deutschland GmbH
Quelle: Supply Chain Management Institute





